Frostschutz in historischen Fahrzeugen

 

Die Entwicklung der Frostschutztechnik ist noch nicht abgeschlossen und laufend werden neue Produkte lanciert, welche eine noch bessere Wirkung versprechen. Frostschutzmittel waren als Folge der grosse Kältewelle im letzten Januar häufig mit alarmierenden Berichten in den Schlagzeilen. Es ist zwar bestens bekannt, dass Frostschutzmittel dazu tendieren, kleinste Löcher zu finden. Das harmlose Lecken kann aber in gewissen Fällen zu katastrophalen Motorproblemen führen.

Das traditionelle blaue Äthylen-Glykol ist ein giftiges aber sehr wirkungsvolles Frostschutzmittel und enthält Silikat-Zusätze um Korrosionen im Motor mit seinen verschiedenen Metallen zu verhindern. "Bluecol" und "Blue Star" sind in England bekannte Markennamen und beide sind auf ihren Firmen-Webseiten als veteranen-verträglich deklariert.

Aber Vorsicht. Es gibt auch Äthylen-Glykol-Mischungen, die wenig oder keine Silikate enthalten (in der Regel rot) und die sich für Veteranen-Fahrzeuge als ungeeignet erweisen können. Propylen-Glykol ist ein anderes, wohlbekanntes und weniger toxisches Mittel und enthält Silikate, aber "Comma", der Hersteller, hat die Produktion zu Gunsten von Äthylen-Glykol eingestellt. Letzteres enthält Bitterstoffe um es ungeniessbar zu machen und das Risiko einer versehentlichen Vergiftung zu minimieren. Beide ob genannten Produkte verwenden die anorganische Additiv-Technik (IAT).

Kürzlich wurden von Problemen berichtet, welche die Verwendung von Frostschutzmischungen betrafen, welche auf organischer Säure-Technik basieren (OAT). OAT wurde in der Mitte der 90er Jahren eingeführt. Die Produkte sind biologisch abbaubar, können recycled werden, enthalten weder Silikate noch Phosphate und wurden speziell entwickelt um länger zu wirken. Es scheint jedoch, dass diese Produkte in älteren Motoren zu Problemen führen können. Zusätzlich zur Neigung schon bei geringsten Poren zu lecken, wurden OAT-Frostschutzmittel verantwortlich für die Zerstörung von Dichtungen gemacht, was zu grösseren Schäden an alten Motoren führte.

Aus diesen Gründen empfehlen Hersteller keine Frostschutze auf OAT-Basis in historischen Fahrzeugen zu verwenden. Solche Produkte sind in der Regel rot, rosaoder orange.

Die letze Kategorie ist HOAT. Diese Produkte verwenden die hybride organische Säure-Technik auf einer Äthylen Glykol Basis mit einigen Silikaten als Ergänzung zu den organischen Anti-Korrosionsstoffen. Das Produkt ist in der Regel grün und wird für Oldtimer nicht empfohlen.

Die "Federation for British Historic Vehicle Clubs" erforscht diese Problematik laufend weiter. Ihre momentane Empfehlung ist die folgende:

  • Verwenden Sie in historischen Motorfahrzeugen nur blaugefärbte IAT Frostschutzmittel

  • Verwenden Sie keine OAT-Produkte, welche als "fortgeschritten" oder "lange wirksam" angepriesen werden oder nur, falls im diesem Fahrzeug schon als Neuwagen solcher Frostschutz verwendet wurde und wenn dieser durch den Fahrzeughersteller empfohlen wird.

  • Mischen Sie nie verschiedene Frostschutzmittel und spülen sie das Kühlsystem vor dem Einsatz eines anderen Mittels gut durch.

  • Ersetzen Sie das Frostschutzmittel im vom Hersteller vorgegebenen Rhythmus, da die Rostschutzwirkung mit der Zeit nachlässt.

 

Artikel aus Newsletter des TOC Traction Avant Club im Februar 2010 übersetzt durch Rudolf Weber.

Frostschutz BASF
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